REGELECKE - Loch 18

Der Abschlag auf Bahn 18

Es scheint immer wieder eine Frage der Auslegung zu sein, ob ein vom Herrenabschlag ins Spiel gebrachter Ball tatsächlich in das seitliche WH rechts der Bahn - zur Bahn 3 – geflogen ist. 

Aber: es ist keine Frage der Auslegung, sondern eine Frage der Schlaglänge, der echten Schlaglänge.

 

Vom Herrenabschlag ist eine Schlaglänge von mindestens 155+ Metern erforderlich -  und wir meinen nicht die ersehnte oder gedachte Schlaglänge, sondern die echte, die reelle Schlaglänge - um überhaupt in die Überlegung zu kommen, dass der Ball im WH gelandet sein könnte.

 

zur reellen Situation:

  • bei der gelben Abschlagkurve liegt der Ball gut sichtbar auf dem Fairway.

  • bei der Abschlagkurve in orange kann der Spieler sehen, dass sein Ball in das WH fliegt – und spielt folgerichtig einen neuen Ball nach Regel 26-1, a-c, ausgehend vom Kreuzungspunkt dieser Kurve.

  • bei der Abschlagkurve in Magenta ist eine Schlaglänge von 160+ Metern erforderlich. In diesem Fall sollte ein provisorischer Ball nach Regel 27-2 gespielt werden, denn „es fehlt an Kenntnis oder an mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“, dass der Ball in das WH geflogen ist. Wenn der ursprüngliche Ball nicht gefunden wird, muss er als verloren gewertet werden und der prov. Ball wird zum „Ball im Spiel“.

  • die Abschlagkurve in grün entspricht der wohl häufigsten echten Schlaglänge. Auch hier sollte der „prov. Ball“ obligatorisch sein, denn wenn der ursprüngliche Ball nicht neben oder im Gebüsch gefunden wird, gilt er als verloren und der prov. Ball wird zum „Ball im Spiel“. Hier kann der Spieler nicht davon ausgehen, dass sein Ball in das WH gegangen ist.

 

Conclusion:

Bei jedem Abschlag, der Richtung WH fliegt, sollte ein provisorischer Ball gespielt werden. Nur mit der in orange dargestellten Abschlagkurve, hat der Spieler die „Kenntnis und mit an Sicherheit grenzende Gewissheit“, dass sein Ball die Grenze zum WH überflogen hat. In allen anderen Fällen muss der Ball, wenn er nicht neben dem WH / im oder neben dem Gebüsch gefunden wird, als verloren gelten.

 

Die Regel 26 ist eigentlich ganz klar in ihrer Aussage:

Es ist eine Frage der Umstände, ob ein in Richtung auf ein Wasserhindernis geschlagener, nicht gefundener Ball, tatsächlich in dem Wasserhindernis ist. Fehlt es an Kenntnis oder an Sicherheit grenzender Gewissheit, dass ein Ball, der in Richtung auf ein Wasserhindernis geschlagen aber nicht gefunden wurde, in dem Hindernis ist, muss der Spieler nach Regel 27-1 verfahren.

 

Aus diesen Überlegungen muss eigentlich gefolgert werden, dass jeder Schlag, der nicht der gelben Abschlagkurve entspricht, mit einem provisorischen Ball abgesichert werden sollte.

Das Wasserhindernis auf Bahn 18

 

Nehmen wir an, der Ball ist tatsächlich und ohne jeden Zweifel in dem Wasserhindernis (WH) an der Bahn 13 (oder auch 18) gelandet. Dann gilt Regel 26 …

(Regeltext verkürzt)
 

[...] wird ein Ball in einem Wasserhindernis gefunden oder ist es bekannt oder so gut wie sicher, [...] dass er in dem Wasserhindernis ist, darf der Spieler mit einem Strafschlag ...

a)  unter Schlag und Distanzverlust einen Ball so nah wie möglich der Stelle

     spielen, von der der ursprüngliche Ball zuletzt gespielt wurde, oder ...

b)  einen Ball in beliebiger Entfernung hinter dem WH fallen lassen, wobei

     dieser „Drop-Punkt“ auf der verlängerten geraden Linie zwischen dem Loch

     und dem Kreuzungspunkt, an der der ursprüngliche Ball zuletzt die Grenze

     des WH’es gekreuzt hat, liegen muss

c)  zusätzlich …… bei einem seitlichen WH (rot) … außerhalb des WH’es einen

     Ball innerhalb von zwei Schlägerlängen, nicht näher zum Loch als der Punkt,

     an dem der ursprüngliche Ball zuletzt die Grenze des WH’es gekreuzt hat,

     fallen lassen … oder einen Punkt an der gegenüber liegenden Seite des

     WH’es gleich weit vom Loch entfernt

 

(Ende verkürzter Regeltext)

 

Daraus ergeben sich an Bahn 13 (und Bahn 18) folgende Wahlmöglichkeiten:

 

Der Ball auf der Kurve 1 (gelb) hat das WH eindeutig nicht überquert. In diesem Fall muss ein Ball auf der Abschlagseite des WH auf der verlängerten Linie Loch-Kreuzungspunkt „A“ - in beliebiger Entfernung zum Loch - fallen gelassen werden.

Bei den Kurven 2 und 3 liegen die Kreuzungspunkte „B“ (Kurve 2 ... Ball rollt vom Grün zurück in das WH) und „C“ ( Kurve 3 ... Ballflug über das Grün) eindeutig auf der Grünseite des WH’es. In beiden Fällen müsste in einen Halbkreis von zwei Schlägerlängen um den jeweiligen Kreuzungspunkt, nicht näher zum Loch, ein Ball fallen gelassen werden. Da unser Grün auf einer Insel liegt, müsste in beiden Fällen zwangsläufig der Ball aus dem WH gespielt werden (verstößt gegen Regel 20-2), oder auf der verlängerten Linie Loch-Kreuzungspunkt von der anderen Seite des WH’es – kleines c und b.


Um alle Diskussionen und Schwierigkeiten zu vermeiden, haben die zuständigen Ausschüsse des GC Op de Niep e.V., nach Rücksprache mit den Platzrichtern des LGV NRW, entschieden:


Wenn der Ball - wie in den Kurven 2 und 3 angedeutet - eindeutig über die rote Markierung des Inselgrüns in das WH fliegt oder rollt, gilt:

Ist bekannt oder so gut wie sicher, dass ein Ball im Wasserhindernis zur Ruhe gekommen ist und er zuletzt die grünseitige Grenze des Hindernisses überschritten hat, darf der Spieler als zusätzliche Wahlmöglichkeit den Ball mit einem Strafschlag innerhalb der Drop-Zone fallen lassen.

 

Auf der Ballflugkurve 4 fliegt der Ball von „außen“ in das WH, wobei der Kreuzungspunkt „D“  auch hier eindeutig auf einer rot markierten Grenze zum WH liegt. Da der Ball nicht näher zum Loch fallen gelassen werden darf, muss in diesem Fall ein Ball ...

- in einem Halbkreis von zwei Schlägerlängen um den Punkt „D“ weg vom WH

  oder

- auf der verlängerten Linie Loch-Kreuzungspunkt „D“ fallen gelassen werden. 

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